Gesetzliche Vorschriften zur sicheren Energietrennung
Für Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Maschinen und Anlagen gelten weltweit unterschiedliche gesetzliche Vorschriften, Sicherheitsnormen und technische Regelwerke zur sicheren Energietrennung. Ziel dieser Vorgaben ist es, Mitarbeiter vor gefährlichen Energiequellen und unbeabsichtigtem Wiederanlauf von Maschinen zu schützen. Je nach Einsatzbereich müssen dabei unterschiedliche Energiearten sicher abgeschaltet und abgesichert werden.
Neben Deutschland, Europa und den USA gelten auch in Kanada, Großbritannien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern nationale Vorschriften zur Kontrolle gefährlicher Energiequellen während Wartungs- und Servicearbeiten. Industrieunternehmen müssen dabei häufig mehrere gesetzliche Vorgaben und interne Sicherheitsrichtlinien gleichzeitig berücksichtigen.
Zusätzlich zu gesetzlichen Vorschriften setzen viele Unternehmen auf dokumentierte Sicherheitsverfahren, Wartungsfreigaben und interne Arbeitsschutzrichtlinien. Dadurch lassen sich internationale Vorgaben und betriebliche Sicherheitsanforderungen besser miteinander kombinieren.
Auch Versicherungen, Auditoren und Zertifizierungsstellen berücksichtigen zunehmend dokumentierte Verfahren zur sicheren Energietrennung. In vielen Industriebereichen gelten entsprechende Sicherheitskonzepte deshalb als wichtiger Bestandteil von Arbeitsschutz- und Compliance-Strategien.
Internationale Vorschriften und Sicherheitsnormen
Weltweit gelten unterschiedliche gesetzliche Vorschriften, Sicherheitsnormen und technische Regelwerke zur sicheren Energietrennung während Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten. Ziel dieser Vorgaben ist es, Maschinen, Anlagen und Energiequellen kontrolliert stillzusetzen und gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten abzusichern.
Zu den wichtigsten Regelwerken gehören unter anderem die Betriebssicherheitsverordnung und DGUV-Regeln in Deutschland, DIN EN ISO 14118 sowie DIN EN 17975 in Europa, OSHA 1910.147 und ANSI Z244.1 in den USA sowie CSA Z460 in Kanada. Ergänzend existieren nationale Arbeitsschutzgesetze und Sicherheitsrichtlinien in Großbritannien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern.
| Vorschrift / Norm | Land / Region | Beschreibung |
| BetrSichV | Deutschland | Betriebssicherheitsverordnung für Arbeitsmittel und Anlagen |
| DGUV-Regeln | Deutschland | Vorschriften und Regeln zur Arbeitssicherheit |
| ArbSchG | Deutschland | Arbeitsschutzgesetz für Sicherheit und Gesundheitsschutz |
| TRBS | Deutschland | Technische Regeln für Betriebssicherheit |
| DIN EN ISO 14118 | Europa | Verhinderung unerwarteten Wiederanlaufs von Maschinen |
| DIN EN 17975 | Europa | Europäischer Leitfaden für Lockout-Tagout und die Kontrolle gefährlicher Energien und Fluide |
| OSHA 1910.147 | USA | Kontrolle gefährlicher Energiequellen bei Wartungsarbeiten |
| ANSI Z244.1 | USA | Control of Hazardous Energy - Lockout/Tagout and Alternative Methods |
| CSA Z460 | Kanada | Lockout und Kontrolle gefährlicher Energien |
| PUWER / HSE | Großbritannien | Sichere Verwendung von Arbeitsmitteln und Maschinen |
| INRS-Richtlinien | Frankreich | Sicherheitsrichtlinien für Wartungsarbeiten |
| SUVA-Richtlinien | Schweiz | Arbeitsschutz und sichere Energietrennung |
| ASchG / AM-VO | Österreich | ArbeitnehmerInnenschutz und Arbeitssicherheit |
Weitere Informationen und Richtlinien zu Lockout-Tagout bieten unter anderem die amerikanischen OSHA- und ANSI-Regelwerke. Besonders OSHA 1910.147 sowie ANSI Z244.1 gelten international als wichtige Grundlagen für Verfahren zur Kontrolle gefährlicher Energiequellen während Wartungs- und Servicearbeiten.
Für die sichere Energietrennung spielt auch die eindeutige Kennzeichnung von Energiequellen, Schaltern, Ventilen und Gefahrenbereichen eine wichtige Rolle. In Deutschland gelten hierfür unter anderem die Arbeitsstättenregeln ASR A1.3 zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz. Ergänzend kommen häufig Sicherheitszeichen nach DIN EN ISO 7010 zum Einsatz, um Energiequellen und Gefahrenstellen eindeutig zu kennzeichnen.
Lockout-Tagout Richtlinien ANSI Z244 + OSHA
- Literatur zu Lockout-Tagout: ANSI Z244.1 (2003) Control of Hazardous Energy - Lockout/Tagout and Alternative Methods
- Literatur OSHA: OSHA 3120 (2002 Revised) Control of Hazardous Energy Lockout/Tagout
ATEX-Richtlinien und Ex-Schutz
In explosionsgefährdeten Bereichen gelten zusätzliche europäische Vorschriften und Sicherheitsanforderungen. Die sogenannten ATEX-Richtlinien regeln den Einsatz von Geräten und Schutzsystemen in Bereichen mit explosionsfähigen Gasen, Dämpfen oder Stäuben.
Für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Ex-Zonen gelten besondere Anforderungen an verwendete Arbeitsmittel, Werkzeuge und Sicherheitssysteme. Dazu gehören unter anderem funkenfreie oder ATEX-konforme Verriegelungssysteme für bestimmte Einsatzbereiche.
ATEX-relevante Vorschriften spielen insbesondere in der Chemieindustrie, Petrochemie, Energieversorgung, Öl- und Gasindustrie, Lackiertechnik sowie in Bereichen mit brennbaren Stäuben eine wichtige Rolle.
- ATEX-Richtlinien für explosionsgefährdete Bereiche
- Vorschriften für Ex-Zonen und explosionsfähige Atmosphären
- Funkenfreie Sicherheits- und Verriegelungssysteme
- Zusätzliche Sicherheitsanforderungen in Ex-Bereichen
- Internationale Vorschriften für Arbeitsschutz und Ex-Schutz